Im Jahr 2014 musste Lidia Yatsuk aus Kiew einen schweren Verlust verkraften – ihr Ehemann verstarb. Daraufhin entschied sie sich, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen, um mehr Zeit mit ihren Enkelkindern zu verbringen. Doch einige Jahre später nahm ihr Leben eine unerwartete Wendung, als sie Jabarom aus Sansibar begegnete.
Der junge Mann war in die Ukraine gekommen, um an einer örtlichen Hochschule zu studieren, und beherrschte bereits fließend die Landessprache. Aus einer Laune heraus erstellte Lidias Tochter ein Profil für ihre Mutter auf einer bekannten Partnervermittlung, worüber die beiden zunächst ins Gespräch kamen.
Mit der Zeit entwickelte sich eine besondere Verbindung zwischen ihnen. Lidia war von Jabaroms Herzlichkeit und Charisma fasziniert. Schließlich lud sie ihn zu sich ein. Ohne es zu merken, fand sie sich in einer romantischen Beziehung mit einem Mann wieder, der deutlich jünger war. Doch Altersunterschiede spielten für ihn keine Rolle – er überzeugte sie, dass wahre Gefühle keine Grenzen kennen.
„Er war stets rücksichtsvoll und charmant, tat alles, um mir Freude zu bereiten“, erzählt Lidia voller Wärme.
Nach seinem Studienabschluss traf Jabarom die Entscheidung, in seine Heimat zurückzukehren. Gleichzeitig ermutigte er Lidia, ihn zu begleiten. Dieser Vorschlag ließ sie erkennen, dass sie bereit war, ihr Leben neu auszurichten. „Meine Kinder sind längst erwachsen und gehen ihren eigenen Weg. Jetzt habe ich die Freiheit, an mich zu denken“, erklärt sie.
Schließlich traf Lidia eine mutige Wahl: Sie verkaufte ihre Wohnung in Kiew und wagte den Schritt, gemeinsam mit ihrer großen Liebe auf eine paradiesische Insel zu ziehen.
Ihr Entschluss stieß jedoch auf Widerstand innerhalb der Familie. „Meine Kinder reagierten enttäuscht – insbesondere, weil ich ging, ohne mein Vermögen weiterzugeben. Doch ich möchte endlich für mich selbst leben“, betont sie.
Heute genießt Lidia die warmen Temperaturen Sansibars das ganze Jahr über und unterstützt ihren Ehemann mit kunstvollen Stickereien im Haushalt. Obwohl ihr Sehvermögen nachgelassen hat, nimmt sie es gelassen hin – für sie zählt, dass sie glücklich ist.
Leider hat die Distanz ihre Beziehung zu den Kindern belastet. „Sie verweigern den Kontakt“, gibt sie traurig zu. „Nur meine Enkelin hält zu mir. Letztes Jahr besuchte sie uns – sie ist die Einzige, die mich noch unterstützt.“
Wie stehen Sie zu außergewöhnlichen Liebesgeschichten wie der von Lidia?